- Kartenentgelt 60 € im Monat, über zwölf Monate 720 €
- 650 € feste Guthaben pro Jahr, wenn du sie abrufst, dazu weitere Reisevorteile von bis zu 1.630 €
- Eine Platinum Zusatzkarte und bis zu vier weitere Karten ohne Aufpreis
- Membership Rewards® Classic ohne Aufpreis, nur der Turbo kostet 15 € im Jahr
- Lounge-Zugang, Versicherungspaket und Hotelstatus ohne Aufpreis
Die erste Frage, die mir zur American Express Platinum Card gestellt wird, ist fast immer dieselbe: Was kostet die Karte im Jahr? Die kurze Antwort steht gleich unten. Die lange Antwort ist interessanter, weil auf dem Kontoauszug am Ende mehr steht als nur das Kartenentgelt, und weil ein paar Posten, die viele obendrauf rechnen, längst im Preis enthalten sind.
Ich gehe hier jede Position durch, die American Express dir tatsächlich berechnet. Alle Zahlen stammen aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht aus Werbetexten.
Die kurze Antwort
Das ist das Kartenentgelt für die Hauptkarte, und es ist die einzige Position, die sicher und regelmäßig anfällt. Alles Weitere hängt davon ab, wie du die Karte benutzt: Wer nie in Fremdwährung zahlt und nie Bargeld zieht, zahlt tatsächlich nur diese 720 €.
Damit ist die Amex Platinum eine der teuersten Kreditkarten in Deutschland. Sie ist es allerdings nicht ohne Gegenwert, und dazu komme ich weiter unten in der Gegenrechnung.
Monatlich oder jährlich zahlen?
Standard ist die monatliche Belastung mit 60 €. So wird die Karte abgerechnet, wenn du nichts anderes veranlasst. American Express nennt daneben eine jährliche Belastung von 720 €, und im Preis- und Leistungsverzeichnis steht dazu der entscheidende Halbsatz: die Umstellung darauf ist auf Anfrage möglich. Im Kartenkonto findest du dafür also keinen Schalter, du musst dich an den Kundenservice wenden.
Rechnerisch macht die Zahlweise keinen Unterschied. Es gibt weder einen Rabatt für die Jahreszahlung noch einen Aufschlag für die monatliche, und das ist der Punkt, an dem ich regelmäßig Nachfragen bekomme. Die 60 € im Monat fühlen sich kleiner an, weil du die Summe nie auf einen Schlag siehst, mehr ist es nicht.
Für die meisten ist der Standard ohnehin der bequemere Weg. Er sortiert sich sauber in eine Buchhaltung ein, wenn du selbstständig bist und ohnehin monatlich abschließt, und falls du im ersten Jahr merkst, dass die Karte nicht zu dir passt, hast du nur den angefangenen Monat bezahlt statt 720 € im Voraus.
Wer den Willkommensbonus mitnimmt und den Kartenvertrag innerhalb der ersten zwölf Monate kündigt oder das Kartenprodukt wechselt, verliert den Anspruch auf den Bonus rückwirkend. Das steht so im Preis- und Leistungsverzeichnis.
Die Kündigung ist also keine reine Kostenfrage. Wie du es sauber machst, steht im Beitrag zum Kündigen und Herabstufen.
Was die Zusatzkarten kosten
Hier wird es interessant, weil dieser Punkt in den meisten Vergleichen fehlt. Im Kartenentgelt sind eine Platinum Zusatzkarte und bis zu vier weitere Zusatzkarten enthalten, wahlweise als American Express Card oder als Gold Card. Fünf Karten für Partnerin, Partner oder Familie, ohne dass ein Cent dazukommt.
Wer darüber hinaus geht, zahlt. Und zwar nicht wenig:
| Was | Preis im Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1 Platinum Zusatzkarte | 0 € | im Kartenentgelt enthalten |
| Bis zu 4 weitere Zusatzkarten | 0 € | American Express Card oder Gold Card |
| Jede weitere Platinum Zusatzkarte | 720 € | derselbe Preis wie die Hauptkarte |
| Jede weitere Gold Card oder American Express Card | 360 € | jährliche Belastung |
| Ersatzkarte | 0 € | auch der Versand ist frei |
Quelle: Preis- und Leistungsverzeichnis der American Express Platinum Card, Stand 2026.
Für die allermeisten ist das Inklusivpaket mehr als genug. Wichtig wird die Tabelle erst, wenn jemand eine größere Familie oder ein Team ausstatten will: Ab der sechsten Karte wird es schnell teurer als die Hauptkarte selbst.
Die Kosten, die nicht auf der Rechnung stehen
Das Kartenentgelt siehst du einmal. Die folgenden zwei Posten siehst du erst, wenn du sie ausgelöst hast, und genau deshalb überraschen sie so viele.
2 Prozent auf jeden Umsatz in Fremdwährung
Bezahlst du in Dollar, Pfund, Franken oder Baht, berechnet American Express 2 % auf den Umsatz. Die Gesamtkosten setzen sich aus dem Amex-Wechselkurs und diesem Entgelt zusammen.
Bei 3.000 € Urlaubsausgaben außerhalb der Eurozone sind das 60 € obendrauf, also ein ganzer Monatsbeitrag. Für eine Karte, die als Reisekarte verkauft wird, finde ich das schwach. In der Praxis heißt es: Für Reisen außerhalb der Eurozone gehört eine zweite Karte ohne Fremdwährungsentgelt ins Portemonnaie, und die Amex Platinum bleibt für die Euro-Umsätze und die Reisebuchungen zuständig.
Bargeld kostet 4 Prozent, mindestens 5 Euro
Bargeld am Automaten ist bei dieser Karte richtig teuer: 4 % vom Betrag, mindestens aber 5 €. Wer 50 € zieht, zahlt die Mindestgebühr und damit 10 % Aufschlag.
Dazu kommt ein Limit, das gern übersehen wird: 1.500 € je sieben Tage, im Inland wie im Ausland. Und dieses Limit gilt für dein Kartenkonto inklusive aller Zusatzkarten, nicht für jede Karte einzeln. Wer zu zweit unterwegs ist, teilt es sich.
Beides zusammen heißt: Die Amex Platinum ist zum Bezahlen da, nicht zum Geldabheben. Fürs Abheben nimmst du eine kostenlose Girokarte oder eine Kreditkarte ohne Automatengebühr. Das ist kein Makel der Karte, es ist einfach nicht ihre Aufgabe.
Wenn beim Bezahlen etwas schiefgeht
Diese Posten wünscht sich niemand, aber sie gehören in eine ehrliche Kostenübersicht. Alle drei stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis:
| Fall | Was American Express berechnet |
|---|---|
| Zahlungsverzug | Verzugszinsen von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, ab dem Tag nach der ersten Mahnung |
| Weitere Mahnungen | jeweils 8 €, nach etwa 30, 60 und 90 Tagen |
| Rücklastschrift | 1,20 € |
Bei den Pauschalen steht dir frei nachzuweisen, dass der Schaden nicht oder niedriger entstanden ist.
Mit einem Lastschriftmandat entstehen diese Posten gar nicht erst, weil die Zahlung von allein pünktlich rausgeht.
Was schon im Preis steckt
Jetzt der Teil, der in die andere Richtung geht. Drei Dinge rechnen viele obendrauf, obwohl sie im Kartenentgelt enthalten sind:
Besonders die erste Zeile sorgt für Verwirrung. Das Preis- und Leistungsverzeichnis weist für Membership Rewards Classic ein Jahresentgelt von 30 € aus und hält im selben Satz fest, dass es im Kartenentgelt enthalten ist. Du zahlst diese 30 € also nicht zusätzlich, sondern sammelst ab dem ersten Euro Punkte, ohne etwas dazuzubuchen. Extra kostet nur Membership Rewards Turbo mit 15 € im Jahr, der aus zwei Punkten je zwei Euro Umsatz drei macht.
Die Gegenrechnung
720 € sind viel Geld, teuer ist die Karte ohne Zweifel. Interessanter ist, was davon zurückkommt, und die festen Guthaben lassen sich auf den Euro genau beziffern:
Wer alle vier Guthaben abruft, zahlt unterm Strich 70 € im Jahr, also knapp 6 € im Monat. Lounge-Zugang, Versicherungspaket, Hotelstatus und der Willkommensbonus sind in dieser Rechnung noch gar nicht enthalten.
Eine Änderung ab Oktober 2026 gehört dazu: Das LODENFREY Shoppingguthaben gibt es ab dem 01.10.2026 nur noch, wenn deine Bestellung mindestens 200 € erreicht. Für die vollen 100 € im Jahr musst du damit 400 € bei einem einzigen Händler ausgeben. Wer das nicht tut, landet in der Rechnung oben nicht bei 70 €, sondern bei 170 € im Jahr.
Das große Wenn steckt im ersten Wort. Die vier Guthaben laufen nach drei verschiedenen Fristen, und wer sie verfallen lässt, zahlt eben doch die vollen 720 €. Ich habe dafür einen kleinen Guthaben-Tracker gebaut, der dir zeigt, was noch offen ist. Er kostet nichts und läuft in deinem Browser.
Für wen sich die Kosten nicht lohnen
Ich verkaufe die Karte niemandem schön. Es gibt drei Fälle, in denen ich klar abrate:
Ob sich die Karte für dich rechnet, hängt also weniger am Preis als an deinem Reiseverhalten. Ich habe das in einem eigenen Beitrag durchgerechnet: Lohnt sich die Amex Platinum wirklich?
Häufige Fragen
Was kostet die Amex Platinum im Monat?
Gibt es die Amex Platinum günstiger?
Kosten die Zusatzkarten extra?
Was kostet das Bezahlen im Ausland?
Muss ich die Membership Rewards Teilnahme extra bezahlen?
Kann ich die Karte kündigen und das Entgelt anteilig zurückbekommen?
Mein Fazit
Die Amex Platinum kostet 720 € im Jahr, und das ist keine Zahl, die man wegdiskutiert. Entscheidend ist, was daneben steht: 650 € feste Guthaben, fünf Karten ohne Aufpreis und und Membership Rewards ohne Aufpreis. Wer die Guthaben abruft, landet bei rund 70 € echten Kosten im Jahr.
Teuer wird die Karte an zwei Stellen, über die kaum jemand spricht: 2 % auf jeden Umsatz in Fremdwährung und 4 % aufs Bargeld. Wer beides vermeidet und die Guthaben im Blick behält, hat eine der günstigsten teuren Karten im Portemonnaie. Wer beides nicht tut, zahlt 720 € für ein Stück Metall.
Stand: 13. September 2026. Alle Entgelte aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis der American Express Platinum Card, Stand 2026. Angaben ohne Gewähr, maßgeblich sind die jeweils gültigen Bedingungen von American Express.


