Beide Karten sind für Selbstständige, beide sammeln Membership Rewards® Punkte im selben Takt, beide kosten 2 % in Fremdwährung. Der Unterschied steht auf zwei Rechnungen: Die Business Gold kostet im ersten Jahr nichts und danach 175 €, die American Express Business Platinum Card 850 € im Jahr. Und beim Willkommensbonus liegen 150.000 Membership Rewards Punkte dazwischen.
Anzeige: Die Links zu beiden Karten sind Werbelinks. Schließt du darüber ab, bekomme ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts, und an den Zahlen in diesem Beitrag ändert es erst recht nichts.
Amex Business Gold
1. Jahr frei, dann 175 €
- 50.000 Membership Rewards Punkte Willkommensbonus
- 10.000 € Mindestumsatz in sechs Monaten
- 100 € Dell Technologies Guthaben im Jahr
- Bis zu 99 kostenfreie Zusatzkarten
- Rechnungen bis zu 50 Tage später zahlen
Amex Business Platinum
850 € im Jahr
- 200.000 Membership Rewards Punkte Willkommensbonus
- 15.000 € Mindestumsatz in sechs Monaten
- Zugang zu mehr als 1.550 Flughafen-Lounges
- Guthaben für Reise, Dell, SIXT, Büro und Coworking
- Rechnungen bis zu 58 Tage später zahlen
Business Gold |
Business Platinum |
|
|---|---|---|
| Kartenentgelt | 1. Jahr frei, dann 175 € | 850 € im Jahr |
| Willkommensbonus | 50.000 Membership Rewards Punkte | 200.000 Membership Rewards Punkte |
| Mindestumsatz dafür | 10.000 € in sechs Monaten | 15.000 € in sechs Monaten |
| Sammelrate | 1 Membership Rewards Punkt je Euro | 1 Membership Rewards Punkt je Euro |
| Guthaben im Jahr | 100 € Dell | Dell, Reise, SIXT, eBuero, Office Club |
| Lounge-Zugang | keiner | mehr als 1.550 Lounges, plus Begleitung |
| Hotel- und Mietwagenstatus | keiner | mehrere Programme |
| Zusatzkarten kostenfrei | bis zu 99 Business Gold | 1 Business Platinum plus bis zu 98 Business Gold |
| Zahlungsziel | bis zu 50 Tage | bis zu 58 Tage |
| Fremdwährungsentgelt | 2 % | 2 % |
| Membership Rewards Turbo | für 15 € im Jahr buchbar | für 15 € im Jahr buchbar |
Stand 23. September 2026, alle Angaben von den Angebotsseiten und aus den Fußnoten von American Express. Die grau gesetzten Zeilen sind bei beiden Karten identisch.
- Die kurze Antwort
- Der Unterschied, der wirklich zählt: der Willkommensbonus
- Was bei beiden gleich ist
- Die Guthaben gegengerechnet
- Lounge, Status und Versicherungen
- Zusatzkarten für Mitarbeitende
- Steuer und Liquidität
- Für wen welche Karte
- Von der Business Gold auf die Business Platinum wechseln
- Häufige Fragen
- Mein Fazit
Die kurze Antwort
Bei den privaten Karten hängt alles am Lounge-Zugang. Bei den Business-Karten ist das anders, und das übersieht fast jeder Vergleich: Hier hängt alles am Umsatz, den du in den ersten sechs Monaten über die Karte laufen lässt. Denn zwischen den beiden Willkommensboni liegen 150.000 Membership Rewards Punkte, und das ist mehr, als die meisten Selbstständigen in zwei Jahren zusammensammeln.
Der Unterschied, der wirklich zählt: der Willkommensbonus
Beide Karten haben einen festen Willkommensbonus ohne Stufen. Du bekommst ihn ganz oder gar nicht, und zwar nach Ablauf der ersten sechs Monate mit der nächsten Abrechnung.
Business Gold |
Business Platinum |
|
|---|---|---|
| Bonus | 50.000 Membership Rewards Punkte | 200.000 Membership Rewards Punkte |
| Mindestumsatz | 10.000 € | 15.000 € |
| Zeitfenster | sechs Monate ab Kartenerhalt | sechs Monate ab Kartenerhalt |
| im Monat | 1.667 € | 2.500 € |
| Zusatzkarten zählen mit | ja | ja |
Und da steht sie, die eigentliche Rechnung: Für 5.000 € mehr Umsatz bekommst du 150.000 Membership Rewards Punkte mehr. Nach meiner Daumenregel soll ein Membership Rewards Punkt mindestens 1,5 Cent bringen, bevor ich ihn einlöse. Dann sind diese 150.000 Membership Rewards Punkte rund 2.250 € wert. Die Business Platinum kostet im ersten Jahr 850 €, die Business Gold nichts. Der Aufpreis im ersten Jahr beträgt also 850 €, der Bonusvorsprung rund 2.250 €. Rechnerisch bleiben 1.400 € übrig, und alles andere an der Karte kommt obendrauf.
2.500 € im Monat müssen über die Karte laufen, sechs Monate lang, und zwar ohne Bargeldabhebungen und nach Abzug von Gutschriften. Für eine Agentur mit Werbebudget bei Google und Meta ist das nichts, die hat den Betrag in zwei Wochen zusammen. Für eine Einzelunternehmerin mit Software-Abos und ein paar Reisen ist es eine echte Hürde.
Umsätze der Zusatzkarten zählen mit, und die sind kostenfrei. Wer Mitarbeitende hat, verteilt die laufenden Ausgaben also auf mehrere Karten und kommt so auf die Summe. Das ist der wichtigste Hebel, und er kostet nichts.
Wie viele Punkte dein eigenes Budget bringt, kannst du direkt ausrechnen. Ich habe dafür einen Rechner für Selbstständige gebaut: Werbebudget, Wareneinkauf und Software rein, und du siehst, ob du den Mindestumsatz erreichst und was am Ende an Punkten übrig bleibt.
Was bei beiden gleich ist, und warum das 675 Euro spart
Der häufigste Irrtum, der mir begegnet: Mit der teureren Karte sammle man schneller. Das ist falsch. Beide Karten geben 1 Membership Rewards Punkt je Euro Kartenumsatz, die Zusatzkarten sammeln bei beiden automatisch mit, und die Punkte landen bei beiden auf demselben Punktekonto der Hauptkarte.
Auch das Fremdwährungsentgelt ist identisch: 2 % auf jeden Umsatz in fremder Währung. Und der Membership Rewards Turbo, der die Sammelrate erhöht, ist bei beiden für 15 € im Jahr buchbar. Wer wegen der Sammelrate zur Business Platinum greift, zahlt 675 € Aufpreis für keinen Unterschied.
Gleich ist außerdem, wer die Karten überhaupt bekommt: Du musst über 18 sein, dein Unternehmen muss vor mehr als drei Monaten gegründet worden sein, und du brauchst eine deutsche Kontoführung. Ein Mindestumsatz des Unternehmens steht nirgends.
Die Guthaben gegengerechnet
American Express rechnet den Wert beider Karten selbst vor, im Vorteilsrechner auf den Angebotsseiten. Die Zahlen unten sind die Standardeinstellung dieses Rechners, abgelesen am 23. September 2026. Sie ändern sich, sobald du die Schieberegler für Reisen und Mitarbeitende bewegst.
Diese Zahlen sind Werbung, und so lese ich sie auch. Ein Guthaben ist nur so viel wert, wie du davon wirklich abrufst. Die 300 € für den Telefonservice bei eBuero und die 300 € für den Office Club sind zusammen 600 €, aber nur für jemanden, der einen Telefonservice und einen flexiblen Arbeitsplatz ohnehin bucht. Wer das nicht tut, hat davon nichts.
Der Aufpreis der Business Platinum beträgt ab dem zweiten Jahr 675 €, also 850 gegen 175. Was davon bekommt fast jeder wieder herein, ohne etwas Neues zu buchen?
Das Online-Reiseguthaben von 200 € und die 100 €, die es bei Dell mehr gibt als bei der Business Gold. Macht 300 €, ohne Bedingungen. Die restlichen 375 € musst du über SIXT, eBuero, Office Club, Lounge und Hotelstatus wieder einspielen. Genau daran entscheidet sich die Karte ab dem zweiten Jahr, und deshalb hängt sie so stark daran, wie du arbeitest.
Lounge, Status und Versicherungen
Hier trennen sich die Karten am deutlichsten, denn die Business Gold hat von alledem nichts.
Der Lounge-Zugang gehört allein zur Business Platinum. Du kommst in mehr als 1.550 Lounges an über 500 Flughäfen, und zwar zusammen mit einer Begleitung. Die Inhaberin oder der Inhaber der Business Platinum Zusatzkarte aus Metall kommt ebenfalls hinein, auch wieder mit einer Begleitung. Die Business Gold bietet keinen Lounge-Zugang.
Die Versicherungen hat die Business Gold durchaus, und für 175 € sind sie ordentlich: Reisekomfort-Versicherung, Verkehrsmittel-Unfallversicherung, Auslandsreise-Krankenversicherung, Mietwagenkasko mit Kfz-Schutzbrief und der weltweite Hilfsdienst Global Assist. Bei der Business Platinum kommen die teuren Bausteine dazu.
| Versicherung | Business Gold |
Business Platinum |
|---|---|---|
| Reisekomfort | ja, abhängig vom Karteneinsatz | ja |
| Auslandsreise-Krankenversicherung | ja | ja |
| Mietwagenkasko und Kfz-Schutzbrief | ja | ja, bis 75.000 € |
| Reiserücktritt, Abbruch, Unterbrechung | nein | ja, bis 6.000 € je Person |
| Reisegepäck | nein | ja |
| Privathaftpflicht und Prozesskosten | nein | ja |
Ein Punkt daran ist mehr wert, als er aussieht: Die Reiserücktrittsversicherung der Business Platinum gilt unabhängig davon, ob du die Reise mit der Karte bezahlt hast, und sie deckt Partnerin oder Partner und Kinder bis 25 Jahre im selben Haushalt mit. Wer sonst eine Reiserücktrittsversicherung für die Familie abschließt, kann die streichen.
Den Status bei Hotel- und Mietwagenprogrammen gibt es ebenfalls nur bei der Business Platinum. Für Selbstständige, die geschäftlich in Hotels übernachten, ist das ein echter Posten, für alle anderen Beiwerk.
Zusatzkarten für Mitarbeitende
Beide Karten sind hier großzügig, und das ist der Grund, warum sich Amex bei Selbstständigen überhaupt rechnet.
| Zusatzkarte | Business Gold |
Business Platinum |
|---|---|---|
| Business Gold Zusatzkarten | bis zu 99 | bis zu 98 |
| Business Platinum Zusatzkarte aus Metall | nein | 1 |
| Jede weitere Business Platinum Zusatzkarte | keine | 250 € im Jahr |
| Kosten der enthaltenen Karten | keine | keine |
| Punkte der Zusatzkarten | gehen aufs Hauptkonto | gehen aufs Hauptkonto |
Bei beiden Karten legst du für jede Zusatzkarte ein eigenes Limit fest und siehst im Online-Kartenkonto, wer was ausgegeben hat. Und weil die Umsätze der Zusatzkarten auf den Mindestumsatz einzahlen, ist jede ausgegebene Karte ein Stück des Willkommensbonus. Mehr dazu steht im Beitrag zu den Zusatzkarten der Amex Business Platinum.
Steuer und Liquidität
Zwei Punkte, die in keinem Kartenvergleich stehen und für Selbstständige den Ausschlag geben können.
Das Kartenentgelt ist Betriebsausgabe. Bei betrieblicher Nutzung setzt du die 175 € oder die 850 € ab. Bei einem Steuersatz von 42 % kostet die Business Platinum damit netto rund 493 € statt 850 €. Das ist der Unterschied zur privaten Platinum, die 720 € kostet und nicht absetzbar ist. Was für dich gilt, sagt dir deine Steuerberatung, nicht ich.
Das Zahlungsziel verschiebt Geld. Bei der Business Gold zahlst du bis zu 20 Tage nach Erhalt der Sammelrechnung, bei der Business Platinum bis zu 28 Tage. Weil die Rechnung selbst erst nach 30 Tagen kommt, sind das im besten Fall 50 gegen 58 Tage zwischen dem Einkauf und dem Tag, an dem das Geld vom Konto geht. Acht Tage Unterschied klingen nach wenig, bei einem Wareneinkauf über 20.000 € sind sie ein Puffer.
Zwischen 200.000 Membership Rewards Punkten auf dem Konto und einem Business-Class-Flug nach Tokio liegt das richtige Einlösen, und genau das erklärt kaum jemand. Im Smart-Fliegen-System zeige ich dir in 5 Modulen und 19 Lektionen, wie du bei deinen Ausgaben die meisten Punkte mitnimmst, welche Karte zu dir passt und wie du am Ende deinen ersten Flug damit bezahlst. Für 37 € einmalig, ohne Abo.
Zum Smart-Fliegen-System →Für wen welche Karte
Die Business Gold, wenn
- du unter 2.500 € im Monat über die Karte bekommst
- du geschäftlich selten fliegst und Lounges nicht brauchst
- du erst einmal sehen willst, ob Punktesammeln zu deinem Geschäft passt
- du kein Auto-Abo, keinen Telefonservice und keinen Coworking-Platz buchst
- dein Unternehmen jung ist und du die Gebühr klein halten willst
Die Business Platinum, wenn
- du 15.000 € in sechs Monaten sicher über die Karte bekommst
- du Werbebudget bei Google oder Meta über die Karte zahlst
- du geschäftlich regelmäßig fliegst und in Hotels übernachtest
- du SIXT, einen Telefonservice oder Coworking ohnehin nutzt
- du Mitarbeitende mit Karten ausstatten willst
Und der Fall, den ich am häufigsten sehe: Wer unsicher ist, nimmt die Business Gold. Sie kostet im ersten Jahr nichts, das Risiko ist damit null, und wechseln kannst du später immer noch.
Von der Business Gold auf die Business Platinum wechseln
Der Wechsel geht, American Express nennt ihn Upgrade und bietet ihn für Business-Karten ausdrücklich an. Zwei Regeln solltest du vorher kennen, sie kosten sonst den ganzen Bonus.
Den Willkommensbonus bekommt nur, wer in den letzten 18 Monaten nicht Hauptkarteninhaber einer der beantragten Karte entsprechenden deutschen American Express Karte war. Eine bestehende Business Gold steht dem Bonus der Business Platinum also nicht im Weg, denn das ist ein anderes Kartenprodukt.
Aber: Kündigst du eine Karte oder wechselst du das Kartenprodukt innerhalb der ersten zwölf Monate, verfällt der Willkommensbonus dieser Karte rückwirkend. Wer also gerade 50.000 Membership Rewards Punkte für die Business Gold kassiert hat, wartet mit dem Wechsel das erste Jahr ab.
Ob dir American Express ein Upgrade anbietet und mit welchem Bonus, siehst du erst im Kartenkonto. Wie bei den privaten Karten gilt: Das Angebot bekommt nicht jeder, es wechselt, und American Express prüft dafür deine Kontohistorie. Vor dem Wechsel also nachschauen und nicht auf die Zahl in einem Blogbeitrag verlassen.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich die Amex Business Gold?
Für wen lohnt sich die Amex Business Platinum?
Sammle ich mit der Business Platinum schneller Punkte?
Zählen die Umsätze der Zusatzkarten für den Mindestumsatz?
Kann ich die Jahresgebühr absetzen?
Kann ich beide Business-Karten gleichzeitig haben?
Mein Fazit
Die Entscheidung hängt an einer einzigen Zahl: 15.000 € in sechs Monaten. Wer die sicher über die Karte bekommt, nimmt die Business Platinum, weil 150.000 Membership Rewards Punkte mehr den Aufpreis von 850 € im ersten Jahr um ein Vielfaches schlagen. Wer sie nicht sicher zusammenbekommt, nimmt die Business Gold und zahlt im ersten Jahr gar nichts.
Alles andere ist kleiner, als es in den Prospekten aussieht. Die Sammelrate ist identisch, das Fremdwährungsentgelt auch, und von den 1.700 € Guthaben der Business Platinum sind 600 € Büro-Guthaben, die nur zählen, wenn du Telefonservice und Coworking wirklich buchst. Rechne mit deinen eigenen Zahlen, am schnellsten geht das mit dem Rechner für Selbstständige. Und wenn du unsicher bist, fang mit der Amex Business Gold an und wechsle später. Wer dagegen weiß, dass das Budget läuft, greift gleich zur Amex Business Platinum.
Stand: 23. September 2026. Alle Zahlen von den Angebotsseiten amex-business.de/gold-mr/ und amex-business.de/platinum-mr/ und aus den dortigen Fußnoten. Der Wert eines Membership Rewards Punktes ist mit 1,5 Cent angesetzt, das ist meine eigene Untergrenze beim Einlösen und keine Zusage von American Express. Konditionen ändern sich, prüfe vor dem Antrag die Bedingungen, die dann gerade gelten. Angaben ohne Gewähr.


